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Judith Giovannelli-Blocher an der Eröffnung

An der Eröffnung der diejährigen Weltfilmtage vom Freitag Abend wird Judith Giovannelli-Blocher zum Publikum sprechen. Judith Giovannelli-Blocher ist Buchautorin («Das gefrorene Meer», «Das fremde Paradies», «Das Glück der späten Jahre – Mein Plädoyer für das Alter») und Fachfrau für soziale Arbeit. Ausserdem ist sie begeisterte Filmfreundin und Kinogängerin.
In den letzten Monaten machte sich die Schwester von Justizminister Christoph Blocher in der breiten Öffentlichkeit einen Namen durch ihr Engagement gegen das Asylgesetz, was ihr teils massive Drohnungen von Befürwortern einbrachte, nachdem der «Blick» reisserisch über ihr Engagement berichtet hatte.

Andrea Staka

Andrea Staka wurde 1973 in Luzern geboren. 1993 begann sie ihr Studium an der HGKZ (Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich), Studienbereich Film/Video, welches sie 1998 mit dem erfolgreichen Kurzfilm «Hotel Belgrad» abschloss.

«Hotel Belgrad» brachte Andrea Staka grosse Anerkennung an internationalen Filmfestivals wie Locarno, Sundance, Palm Springs und gewinnt mehrere Preise.
2000 realisierte sie mit Dschoint Ventschr Filmproduktion ihren ersten langen Dokumentarfilm «Yugodivas», welcher an Filmfestivals wie Duisburg, Locarno, München, Leipzig und Belgrad begeistert aufgenommen wurde.
Seit 2002 arbeitete sie am Projekt «Das Fräulein», ihrem ersten langen Kinospielfilm. Er brachte ihr dieses Jahr den Goldenen Leoparden in Locarno ein.
Andrea Staka wird bei der Aufführung von «Das Fräulein» am Freitag Abend anwesend sein und ein kurzes Filmgespräch bestreiten.

Filmografie
2006 «Das Fräulein», Kinospielfilm, 81‘
2000 «Yugodivas», Dokumentarfilm, 60‘
1999 «Daleko», Kurzspielfilm, 9‘
1998 «Hotel Belgrad», Kurzspielfilm, 13‘
1996 «Kitchen Floor», Musikvideo, 3‘
1995 «Ruza», Experimentalfilm, 2‘
1992 «Time to Buy Flowers», Experimentalfilm, 5‘

Claudia Llosa

Claudia Llosa, geboren 1976 in Lima (Peru), ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Sie erhielt den Preis für das beste unveröffentlichte Drehbuch am Festival del Nuevo Cine Latinoamericano in Havanna, nahm am Screenwriter’s Lab in Sundance teil und erhielt ein Stipendium der Fundación Carolina für einen Kurs zur Entwicklung iberoamerikanischer Projekte in der Casa de América in Madrid. Sie schloss ihre Studien in Madrid und New York als Regisseurin ab. Nach ihrem Kurzfilm «Seeing Martina» ist nun in den spanischen Kinos ihr erster Spielfilm «Madeinusa» zu sehen, ausgezeichnet in Rotterdam, Mar del Plata, Guadalajara und Málaga.

Yusuf Yesilöz

Der Regisseur von «Zwischen den Welten», Yusuf Yesilöz, wird am Sonntag Morgen zusammen mit der Protagonistin Güli Dogan an einem Filmgespräch zu seinem Film teilnehmen. Das gespräch wird von Romana Costa moderiert.
Yusuf Yesilöz wurde 1964 in einem kurdischen Dorf in Anatolien geboren. 1987 kam er als Flüchtling in die Schweiz. 1998 erschien «Reise in die Abenddämmerung. Erzählung», 2000 «Steppenrutenpflanze. Eine kurdische Kindheit», eben erschienen ist «Der Gast aus dem Ofenrohr. Roman». Yesilöz arbeitet auch als Übersetzer, in St. Gallen führte er eine Buchhandlung für kurdische Literatur, und er gründete den Verlag ArArat. Er lebt heute als Schriftsteller und Kolumnist in Winterthur.
Vor zwei Jahren hat Yusuf Yesilöz an den Solothurner Filmtagen seinen ersten Dokumentarfilm vorgestellt. In «Hungern gegen Wände» führte der Weg von einer Landschaft des Schreckens in die Schweiz, und befangen war damals noch das Bild: dort die Folter in der Türkei, hier das Paradies auf Zeit. Mit seinem zweiten Film «Zwischen den Welten» ist Yesilöz jetzt einen Schritt weitergegangen; er erzählt, wieder in zurückhaltend dokumentarischer Form, die Lebensgeschichte von Güli Dogan.
«Zwischen den Welten» ist ein Film über den Abschied von einer Kindheit, und die Sehnsucht nach einer Rückkehr gehört natürlich dazu. Vor allem aber ist es ein Film über das Leben im Hier und Jetzt in Winterthur. Und zu diesem Glück des Daseins gehört immer auch die Erfahrung der Freundschaft. – Das Lied von der Migration, manche sängen es gar schön, sagte Yesilöz an der Premiere an den Filmtagen in Solothurn: manche aber verstehen die Bedeutung nicht. Yesilöz kommt in seinem Film ohne Fremdwörter aus, er zeigt einfach, was es bedeutet, unterwegs auf eigenen Wegen zu sein, und er findet, unterstützt von Dieter Gränicher und Kameramann Hansueli Schenkel, dafür die richtigen Bilder.